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LSBTIQ* und Polizei

Es gibt eine Reihe von Annahmen, warum Straftaten gegen LSBTIQ* nicht zur Strafanzeige gebracht werden. Vorbehalte der LSBTIQ*-Community gegenüber der Polizei spielen dabei eine wichtige Rolle. So befürchten LSBTIQ*, von der Polizei nicht ernst genommen bzw. diskriminiert zu werden oder dass die Polizei für LSBTIQ* nicht tätig wird.

Bedenken und Skepsis der LSBTIQ*-Community gegenüber der Polizei mögen auf die problematische gemeinsame Geschichte zurückzuführen sein. So wurde Homosexualität bis 1969 in Deutschland strafrechtlich verfolgt und erst mit der endgültigen Abschaffung des Paragraphen 175 im Jahr 1994 strafrechtliche Sanktionen gegen Homosexualität gänzlich aufgehoben. Maßnahmen während der Aids-Krise in den 1980er Jahren, eine unsensible mediale Berichterstattung über LSBTIQ* sowie ein unangemessener gesellschaftlicher Umgang mit LSBTIQ* wirken im kollektiven Gedächtnis der Community fort.

Trotz des geschichtlich negativ behafteten Verhältnisses zwischen der LSBTIQ*-Community und den Sicherheitsbehörden, insbesondere der Polizei, sollte doch gesehen werden, dass sich bei der Polizei mittlerweile vieles zum Positiven verändert hat. Die Aufklärungsquote im Bereich der Hasskriminalität entspricht wiederkehrend der guten Aufklärungsquote im Bereich der Allgemeinkriminalität. Dies kann zum Anlass genommen werden, die Annahme, die Polizei würde nicht tätig werden, zu überdenken und eigene Erfahrungen mit der Polizei, vor allem bei gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen, zu sammeln.

 

Polizei zeigt flagge

Zentrale Ansprechstelle LSBTIQ*

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Um Vertrauen zu schaffen und sich klar gegen Diskriminierung und Hasskriminalität gegen queere Menschen einzusetzen, wurde im Jahr 2018 auf Initiative von engagierten Mitgliedern von velspol Schleswig-Holstein e.V. die Zentrale Ansprechstelle LSBTIQ* bei der Landespolizei Schleswig-Holstein eigerichtet.

Durch die Arbeit der Ansprechstelle gibt es in allen Polizeidirektionen speziell geschultes Personal, an das du dich auch bei sensiblen Sachverhalten vertrauensvoll wenden kannst.

Wenn du den Eindruck hast, dass du von der Polizei

  • unangemessen bzw. nicht respektvoll behandelt wurdest
  • als Lesbe, Schwuler, Bisexueller, trans*, inter* oder queerer Mensch nicht ernst genommen wurdest oder
  • gar abfällige Bemerkungen oder Ähnliches erleben musstest

kann und solltest du dich über die Beamt*innen beschweren. Eine sachlich eingebrachte Beschwerde hat keine negativen Auswirkungen auf dich.

Jede Person hat das Recht, sich über die Polizei zu beschweren und über das Ergebnis der dienstaufsichtlichen Ermittlungen informiert zu werden.

Eine Beschwerde kann von dir oder von Zeug*innen grundsätzlich bei jeder Polizeidirektion, der Zentralen Ansprechstelle LSBTIQ* oder der Polizeibeauftragten eingereicht werden. Eine schriftliche Mitteilung ist formlos per Mail, Post oder über die Onlinewache möglich. Egal wohin du dich wendest, der Vorgang wird an die richtige Stelle weitergeleitet. Auch wenn die Beschwerde an keine Fristen gebunden ist, empfiehlt es sich, diese möglichst zeitnah zu melden. 

Beschwerde über die Onlinewache 

Zur Internetseite der Beauftragten für die Landespolizei Schleswig-Holstein

Als Beauftragte für die Landespolizei ist Samiah El Samadoni Ansprechpartnerin für Bürger*innen, die sich über Probleme mit der Polizei des Landes Schleswig-Holstein beschweren möchten. Ebenso können sich auch alle schleswig-holsteinischen Polizeibeschäftigten mit Eingaben direkt und ohne Einhaltung des Dienstweges an sie wenden, wenn im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer Tätigkeit Probleme auftreten.

Die Polizeibeauftragte ist gleichermaßen als Vermittlerin für Bürger*innen und Polizist*innen tätig. Ihr Ziel ist es dabei, entstandene Konflikte außergerichtlich durch partnerschaftliche Kommunikation zu schlichten und damit auf eine einvernehmliche Lösung hinzuwirken.

Zur Internetseite der Beauftragten für die Landespolizei Schleswig-Holstein

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