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Beweise sichern

Zur Aufklärung einer Straftat ist es wichtig, Beweise zu sichern. Wenn du eine Strafanzeige erstattest, stößt du damit ein Ermittlungsverfahren bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft an. Das bedeutet insbesondere, dass sich die Strafverfolgungsbehörden um die Beweissicherung kümmern.

Du kannst die Behörden mit eigenen Beweisen unterstützen. Dabei gilt es unmittelbar nach der Straftat zu beachten, den Tatort möglichst nicht zu verändern, damit die Polizei die Spuren sichern kann.

  • Bei Sachbeschädigungen machst du Fotos bzw. rufst die Polizei zur Sicherung der Beweise.
  • Bei körperlicher oder sexualisierter Gewalt kannst du sichtbare Verletzungen mit eigenen Fotos dokumentieren. Es ist wichtig, dass du dich in ärztliche Obhut begibst. Eine ärztliche Bescheinigung über erlittene Verletzungen wird dir nach einer Untersuchung von Ärzt*innen ausgestellt.
  • Bei der Beweissicherung von Hassrede im Internet (insbesondere auf Social-Media-Plattformen sowie in Chatgruppen) achte bei der Erstellung von Screenshots auf Vollständigkeit.

beweise sichern

weiterführende informationen
zu sexualisierter gewalt

Über sexualisierte Gewalt zu sprechen und aktiv zu werden, ist für Betroffene häufig schwierig und mit Scham besetzt. Für Betroffene sexualisierter Gewalt empfiehlt es sich, für eine medizinische Erstversorgung und vertrauliche Spurensicherung die Notaufnahme einer Klinik aufzusuchen. Auf Wunsch können bei der ärztlichen Untersuchung Spuren und Verletzungen dokumentiert und sichergestellt werden. 

Auch wenn es schwerfällt, ist es wichtig, vor der Untersuchung möglichst nicht zu duschen. Die meisten Spuren können innerhalb der ersten 72 Stunden gesichert werden. Bei Verdacht auf K.O.-Tropfen muss schnell reagiert werden, da viele Substanzen nach 6-12 Stunden nicht mehr nachgewiesen werden können.

Eine Strafanzeige ist für die vertrauliche Spurensicherung nicht notwendig. Die Spuren können auch dann gesichert werden, wenn noch nicht klar ist, ob eine Strafanzeige bei der Polizei erfolgen soll. Es besteht in der Regel ärztliche Schweigepflicht und ohne das ausdrückliche Einverständnis von Betroffenen darf die Polizei nicht informiert werden. Mit einer vertraulichen Spurensicherung und -archivierung gewinnst du Zeit, dir über die Stellung einer Strafanzeige klar zu werden.

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